Krankenpflege und Quarantäne

 

 

Neuankömmlinge sind  zunächst  stets quarantänemäßig unterzubringen. Bei privaten Pflegestellen bedeutet dies, dass die Neuzugänge immer erst mal in einen Käfig ziehen müssen, denn keine Privatperson wird sich eine große Quarantänestation leisten können. Keinesfalls darf man Tauben unbekannter Herkunft sofort mit den eigenen vergesellschaften! Bitte beachten Sie diesen Tipp unbedingt!

Tauben können sich gegenseitig leider sehr leicht und unbemerkt mit schweren Krankheiten anstecken. Es gibt Krankheiten, die quasi über Nacht ausbrechen können. Die sogenannte Jungtaubenkrankheit, ein Albtraum der Züchter und Taubenhalter, kann innerhalb von wenigen Stunden zum Tode der Tiere führen. Die Tauben können mit Circo-, Adeno-, Paramyxo-Viren oder anderen Krankheiten infiziert sein. Diese Krankheiten sind zwar für Sie selbst nicht tödlich, für Ihre Tauben aber evtl. schon. Sie setzen, wenn Sie die Quarantäne nicht gewährleisten, das Leben Ihrer eigenen Tauben aufs Spiel! Für die Quarantäne wird immer ein separater Raum benötigt.

Das A und O der Taubenpflege ist also immer das Einhalten einer einmonatigen Quarantäne, selbst wenn die Fundtaube einen noch so fitten Eindruck machen sollte. Während dieser Zeit ist die Taube gegen alle gängigen Taubenkrankheiten durchzubehandeln: Gegen Trichomonaden, Chlamydien, sämtliche Bakterien, Kokzidien und Wurmeier. Natürlich muss die Taube grundsätzlich auch gegen Ungeziefer behandelt werden. Die benötigten Medikamente erhalten Sie bei einem vogelkundigen Tierarzt.

Erst nach erfolgreicher Durchbehandlung und wenn feststeht, dass das Tier nicht an einem Virusinfekt wie der Paramyxovirose erkrankt ist, kann der Taubenneuzugang zu den angestammten Dauer-Tauben umziehen.

Zwar bedeutet der Käfigaufenthalt eine gewisse Einschränkung, er dient jedoch der Sicherheit aller Tiere. Und dann leuchtet auch ein, dass ein verletztes Tier oder hilfloses Babytier seine Ruhe braucht und keine Revierstreitigkeiten mit Konkurrenten.

Fremde Babytauben dürfen grundsätzlich nicht zu Ihren Alttauben, da die Alttauben fremden Nachwuchs töten könnten und das Baby Keime mitbringen kann. Die Alttauben wollen, dass ihre eigenen Gene sich durchsetzen, und nicht die der Konkurrenz. Auch aus diesem Grunde kann  ich nur davon abraten, fremde Taubenbabys den eigenen als Ziehkind unterzujubeln. Tauben sind zwar schlichte Gemüter, doch wissen sie wohl, was ihr eigenes Kind ist und was nicht. Ausnahmen gibt es zwar, aber Ammen sind eher selten (manchmal nehmen Taubenpaare, die schon ca. 3 Wochen auf falschen Eiern brüten, fremde Tauben-Babys als eigene Kinder an) und es müsste in diesem Falle auch gewährleistet sein, dass Sie lückenlos kontrollieren, ob das Baby evtl. von den Alttauben verletzt wird. Können Sie keine ständige Kontrolle des Ammen-Verhaltens vornehmen, würde ich davon absehen, das Kleine bei fremden Alttauben unterzubringen. Da ist eine Handaufzucht weit ungefährlicher. Allerdings ist sie für den Menschen mit Zeitaufwand verbunden. Das sollte einem jedoch die Sicherheit des kleinen Lebewesens wert sein.

Bei Tauben mit äußerlichen Verletzungen ist während der wärmeren Jahreszeit unbedingt täglich mehrfach zu kontrollieren, dass sich keine Fliegenmaden in den Wunden ansiedeln. Sie würden das Tier bei lebendigem Leibe auffressen! Tiere mit Hautverletzungen gehören außer im Tiefwinter immer in einem insektenfreien Raum mit geschlossenen Fenstern untergebracht!

Sollten Sie eine Taube mit Fliegenmadenbefall finden, müssen die Maden, so eklig Ihnen das auch erscheinen mag, sofort  alle mit einer Pinzette abgesammelt werden. Je länger sie weiter fressen können, desto irreparabler wird der Schaden.